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Wochenrückblick

Beschäftigung wächst 2027 nur in drei Ländern, Krankheitskosten steigen um 7,6 Prozent

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat am Freitag seine Prognosen für die Bundesländer und Agenturbezirke vorgelegt. Ergebnis: Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist regional noch nicht in Sicht. Am Donnerstag veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Krankheitskosten für 2024.

IAB-Regionalprognose: Nur Berlin, Brandenburg und Niedersachsen legen zu

Für 2027 erwartet das IAB in Deutschland einen Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,1 Prozent, das sind rund 40.000 Personen. West- und Ostdeutschland liegen dabei gleichauf bei minus 0,1 Prozent. Wachstum sieht die Prognose nur in drei Bundesländern: Berlin mit 0,7 Prozent sowie Brandenburg und Niedersachsen mit jeweils 0,1 Prozent. Am stärksten schrumpft die Beschäftigung voraussichtlich im Saarland (minus 1,3 Prozent), in Thüringen (minus 0,7 Prozent) sowie in Bremen und Sachsen-Anhalt (jeweils minus 0,6 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen steigt bundesweit im Jahresdurchschnitt 2027 um 0,7 Prozent auf rund 3,020 Millionen, die Quote bleibt bei 6,4 Prozent. In zehn Bundesländern nimmt die Arbeitslosigkeit zu, am deutlichsten in Sachsen (plus 1,9 Prozent), Berlin (plus 1,8 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 1,7 Prozent). Zurückgehen soll sie vor allem in Mecklenburg-Vorpommern (minus 3,9 Prozent) und Thüringen (minus 1,8 Prozent). Bayern hat mit 4,1 Prozent weiter die niedrigste Quote, Bremen (11,3 Prozent) und Berlin (10,6 Prozent) die höchsten.

Besonders ungünstig fällt die Prognose für Regionen aus, in denen das Verarbeitende Gewerbe stark vertreten ist. IAB-Forscherin Sarah Kuhn nennt die strukturellen Probleme der Branche als Grund, die Automobilindustrie stehe „unter verstärktem Anpassungsdruck“. Gleichzeitig wird laut IAB der demografische Wandel spürbarer: In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sinken Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zugleich.

Was das für die Personalsuche heißt

Innerhalb der Bundesländer gehen die Entwicklungen teils weit auseinander. Bei der prognostizierten Veränderung der Arbeitslosigkeit sind die Unterschiede zwischen den Agenturbezirken in Baden-Württemberg und Niedersachsen laut IAB besonders groß, die Spannweite liegt dort bei jeweils knapp 8 Prozentpunkten. Ein Blick auf die Landeszahl allein sagt also wenig darüber aus, wie leicht oder schwer eine Stelle vor Ort zu besetzen ist.

Mehr Arbeitslose bedeuten außerdem nicht automatisch mehr passende Kandidaten. Wer Fachkräfte mit spezieller Qualifikation sucht, etwa in Medizin, Steuerberatung oder im technischen Vertrieb, konkurriert weiter um einen kleinen Kreis von Menschen, die meist in ungekündigter Stellung sind. Wie wir in den Regionen arbeiten, beschreiben die Seiten zur Personalvermittlung in Berlin und zur Personalvermittlung in Stuttgart.

Krankheitskosten 2024: 528,5 Milliarden Euro

Krankheiten und Gesundheitsprobleme haben 2024 in Deutschland direkte Kosten von 528,5 Milliarden Euro verursacht. Das sind laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 7,6 Prozent oder 37,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Pro Kopf stiegen die Kosten um 430 Euro auf 6.330 Euro. Gemeint sind Ausgaben für Heilbehandlung, Prävention, Rehabilitation und Pflege, Kosten durch Arbeitsausfälle sind nicht enthalten.

Die größten Posten waren Krankheiten des Kreislaufsystems (69,4 Milliarden Euro) und psychische und Verhaltensstörungen einschließlich Demenz (68,7 Milliarden Euro), zusammen 26,1 Prozent der Gesamtkosten. Es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen (54,3 Milliarden Euro), Krankheiten des Verdauungssystems (53,7 Milliarden Euro) und Neubildungen wie Krebs (52,1 Milliarden Euro).

Deutlich wird auch der Einfluss des Alters. 53,8 Prozent der Kosten, also 284,3 Milliarden Euro, entstanden bei Menschen ab 65 Jahren. In dieser Gruppe lagen die Kosten bei 15.080 Euro pro Kopf, bei den über 85-Jährigen bei 30.150 Euro. Zum Vergleich: Bei den 15- bis 29-Jährigen waren es 2.390 Euro.

Hinter diesen Ausgaben stehen Ärztinnen, Pflegekräfte und Therapeuten, die Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen erst einmal finden müssen. Wo der Engpass besonders groß ist, zeigt der Ratgeber zum Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Wie wir Einrichtungen bei der Besetzung unterstützen, steht auf der Seite Medizin und Gesundheitswesen.

Quellen: IAB – „IAB-Regionalprognose für 2026/2027: Beschäftigung wächst nur in drei Bundesländern“, Presseinformation vom 09.10.2026 · IAB-Kurzbericht 18/2026 – „Regionale Arbeitsmarktprognosen 2026/2027: Noch keine Trendwende auf den regionalen Arbeitsmärkten“ · Statistisches Bundesamt – „Krankheitskosten im Jahr 2024 um 7,6 % gestiegen“, Pressemitteilung Nr. 359 vom 08.10.2026

Über den Autor

Max Besemer, Geschäftsführer der Vertico Executive Search GmbH
Max Besemer
Geschäftsführung · Vertico Executive Search GmbH

Verantwortet die Marke Expert Recruiting und die spezialisierte Personalvermittlung in Medizin, Steuer, Recht und Vertrieb – mit Fokus auf Direktansprache und Besetzungsgarantie.

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