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Wochenrückblick

Pflegelöhne steigen um 3,4 Prozent, Arbeitsmarkt startet schwunglos in den Herbst

Der GKV-Spitzenverband hat am Donnerstag die neuen Durchschnittslöhne für die Langzeitpflege veröffentlicht. Sie sind für viele Pflegeheime und ambulante Dienste verbindlich. Einen Tag vorher legte die Bundesagentur für Arbeit ihre Zahlen für September vor: weniger Arbeitslose als im August, aber mehr als vor einem Jahr.

Langzeitpflege: 24,50 Euro pro Stunde im Durchschnitt

Nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes vom 1. Oktober 2026 sind die bundesweiten Stundenlöhne in der Langzeitpflege gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 24,50 Euro gestiegen. Grundlage sind mehr als 11.600 Meldungen tarifgebundener Pflegeeinrichtungen, ausgewertet werden die Löhne aus Tarifverträgen und kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien.

Nach Beschäftigtengruppen sehen die neuen Durchschnittslöhne so aus:

  • Pflegefachkräfte: 28,03 Euro, ein Plus von knapp 3,6 Prozent
  • Pflegeassistenzkräfte (mindestens einjährige Ausbildung): 23,36 Euro, circa 3,3 Prozent mehr
  • Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung: 20,96 Euro, knapp 3,5 Prozent mehr als 2025

Der Anstieg fällt schwächer aus als in den beiden Vorjahren (2025 rund 4,9 Prozent, 2024 rund 8,8 Prozent), aber stärker als 2022 und 2023 mit jeweils etwa 2 Prozent. Zwischen den Ländern gibt es deutliche Unterschiede. Im Saarland lag das Plus bei 2,7 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 2,8 Prozent, in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bei circa 5 Prozent.

Was das für Pflegeeinrichtungen bedeutet

Seit 2022 werden nur Pflegeeinrichtungen zugelassen, die tarifgebunden sind, sich an Tarifverträgen orientieren oder im Durchschnitt mindestens das regional übliche Entlohnungsniveau ihres Bundeslandes zahlen (§§ 72, 82c SGB XI). Einrichtungen, die nach diesem Niveau bezahlen, haben laut GKV-Spitzenverband drei Monate Zeit, ihre Vergütungen an die neuen Werte anzupassen. Die Tabellen je Bundesland stehen auf der Website des Verbandes.

Für die Personalplanung heißt das: Das Lohnniveau steigt für alle Anbieter, ein Vorsprung über das Gehalt allein wird damit schwerer. Wer Pflegefachkräfte gewinnen will, punktet eher mit verlässlichen Dienstplänen, Einarbeitung und Entwicklungsmöglichkeiten. Was dabei in der Praxis zählt, beschreibt der Ratgeber zur Mitarbeiterbindung. Wer auch im Ausland sucht, findet die Schritte im Ratgeber zum Anwerben von Pflegekräften aus dem Ausland. Einen Überblick über unsere Arbeit in diesem Bereich gibt die Seite Medizin und Gesundheitswesen.

GKV-Vorstandschef Oliver Blatt weist in der Mitteilung auf die Kehrseite hin: Weil die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trägt, wirken sich höhere Löhne direkt auf die Eigenanteile der Pflegebedürftigen aus.

Arbeitsmarkt im September: 2.994.000 Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September 2026 laut Bundesagentur für Arbeit (BA) um 67.000 auf 2.994.000 gesunken, die Quote um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit jedoch um 12.000, und gegenüber September 2025 liegt sie um 40.000 höher. BA-Chefin Andrea Nahles fasste das so zusammen: Die Herbstbelebung beginne, der Auftakt falle „allerdings schwunglos aus“.

Die Beschäftigung geht weiter zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, die die BA zitiert, gab es im August 45,58 Millionen Erwerbstätige, 236.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli mit 34,68 Millionen um 84.000 unter dem Vorjahreswert.

Bei der Nachfrage nach Personal spricht die BA von einer weiterhin schwachen Lage. Gemeldet waren im September 660.000 Arbeitsstellen, 30.000 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenindex BA-X stieg um einen Punkt auf 104 Punkte und liegt damit 6 Punkte über dem Vorjahresmonat. Branchenwerte enthält die Pressemitteilung nicht. Wer jetzt sucht, trifft auf mehr Bewerbungen, aber nicht automatisch auf die passenden. Hinweise zur Vorauswahl gibt der Ratgeber Bewerbungen sichten.

Quellen: GKV-Spitzenverband – „Löhne in der Pflege steigen bundesweit durchschnittlich um 3,4 Prozent“, Pressemitteilung vom 01.10.2026 · Bundesagentur für Arbeit – „Arbeitsmarkt im September 2026: Herbstbelebung beginnt ohne Schwung“, Presseinfo Nr. 37 vom 30.09.2026

Über den Autor

Max Besemer, Geschäftsführer der Vertico Executive Search GmbH
Max Besemer
Geschäftsführung · Vertico Executive Search GmbH

Verantwortet die Marke Expert Recruiting und die spezialisierte Personalvermittlung in Medizin, Steuer, Recht und Vertrieb – mit Fokus auf Direktansprache und Besetzungsgarantie.

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