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Wochenrückblick

Rekord beim Klinikpersonal, sinkende Fachkräftelücke – und warum der Mangel trotzdem bleibt

Zwei aktuelle Datenauswertungen zeichnen dasselbe Bild: Die nackten Zuwachszahlen sehen gut aus – doch für die Personalgewinnung entspannt sich die Lage nicht. Ein Blick auf zwei belastbare Quellen.

Medizin & Gesundheitswesen: Rekord-Personalzuwachs in Kliniken – Entwarnung bleibt trotzdem aus

Das DKG-Fachkräftemonitoring 2026 der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Kooperation mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) zeigt einen deutlichen Personalaufwuchs in den Kliniken. Im Krankenhausbereich arbeiten inzwischen rund 1,7 Millionen Beschäftigte. Der Pflegedienst ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 90.000 auf fast 409.000 Vollkräfte (Stand 2024) gewachsen, der ärztliche Dienst um etwa 30.000 auf mehr als 180.000 Vollkräfte. Seit dem Jahr 2000 ist die Beschäftigung im Krankenhaus um rund 31 Prozent bzw. etwa 313.000 Personen gestiegen.

Auch bei der Nachwuchsgewinnung werden Rekordwerte erreicht: 2024 beendeten rund 37.000 angehende Pflegefachkräfte ihre Ausbildung, rund 59.000 begannen eine Pflegeausbildung – 2025 waren es sogar rund 64.300 Ausbildungsstarts in der Pflege.

Trotz dieser Zuwächse fällt die Bewertung der DKG eindeutig aus: „Starker Personalzuwachs ist kein Grund zur Entwarnung beim Fachkräftemangel.“ Die Mehrheit der Krankenhäuser hat weiterhin große Probleme, offene Stellen zu besetzen. Als strukturelle Ursachen nennt die DKG neben dem demografischen Wandel vor allem die hohe bürokratische Belastung: 96 Prozent der Krankenhäuser beklagen einen zu hohen Bürokratie- und Dokumentationsaufwand rund um die Personalbemessung. Für Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen heißt das: Steigende Absolventen- und Beschäftigtenzahlen allein lösen den Engpass nicht – kurzfristig entscheidet die gezielte, aktive Gewinnung passender Fachkräfte.

Arbeitsmarkt: Bundesweite Fachkräftelücke sinkt 2025 – aber nur rechnerisch

Ein ähnliches Muster zeigt der gesamte Arbeitsmarkt. Nach dem KOFA-Jahresrückblick 2025 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sank die gesamtwirtschaftliche Fachkräftelücke 2025 auf 369.516 rechnerisch nicht besetzbare Stellen – ein Rückgang um 24,1 Prozent gegenüber 2024. Der Grund ist allerdings weniger ein entspannter Bewerbermarkt als die schwache Konjunktur mit geringerer Kräftenachfrage.

Entscheidend ist die zweite Zahl: Trotz des Rückgangs kann rechnerisch weiterhin jede dritte offene Stelle (33,3 Prozent) für qualifizierte Arbeitskräfte nicht besetzt werden, weil passend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber fehlen. Ein niedrigerer Absolutwert bedeutet also keineswegs, dass Fach- und Führungspositionen leichter zu besetzen wären – gerade in spezialisierten Feldern wie Medizin, Steuer und Recht bleibt der Engpass bestehen.

Quellen: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) – „Starker Personalzuwachs ist kein Grund zur Entwarnung beim Fachkräftemangel“ (DKG-Fachkräftemonitoring 2026, 19.03.2026) · Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) – KOFA Kompakt 3/2026: Jahresrückblick 2025 (25.03.2026)

Über den Autor

Max Besemer, Geschäftsführer der Vertico Executive Search GmbH
Max Besemer
Geschäftsführung · Vertico Executive Search GmbH

Verantwortet die Marke Expert Recruiting und die spezialisierte Personalvermittlung in Medizin, Steuer, Recht und Vertrieb – mit Fokus auf Direktansprache und Besetzungsgarantie.

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