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Wochenrückblick

Ausbildung 2025: Medizinische Fachangestellte bleibt Top-Beruf – Übernahmequote sinkt auf 75 %

Drei belegte Entwicklungen aus Ausbildung, Betrieben und Dienstleistungsbranche im Überblick.

Duale Ausbildung: 461.900 Neuverträge – und ein Minus von 2,8 %

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am 6. August 2026 die Ergebnisse der Berufsbildungsstatistik für 2025. Demnach haben im Jahr 2025 461.900 Menschen eine duale Berufsausbildung begonnen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank damit um 2,8 % oder 13.100 gegenüber dem Vorjahr. Zum 31. Dezember 2025 befanden sich insgesamt 1.211.800 Personen in einer dualen Ausbildung, 0,5 % weniger als ein Jahr zuvor.

Das ist die Nachwuchsbasis, aus der sich in fünf bis zehn Jahren die Fachkräfte rekrutieren, die heute in unseren Branchen gesucht werden. Ein Rückgang um 13.100 Verträge in einem einzigen Jahr wirkt sich nicht sofort auf offene Stellen aus – aber er verschiebt die Ausgangslage für die kommenden Jahre nach unten.

Medizin: MFA und ZFA sind zwei der drei häufigsten Ausbildungsberufe von Frauen

Bemerkenswert für den medizinischen Bereich ist die Berufswahl. Laut Destatis wählten Frauen 2025 am häufigsten die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten – 16.100 Personen oder 10 % aller weiblichen Ausbildungsanfängerinnen. Auf Platz 2 folgte die Kauffrau für Büromanagement mit 14.900 (9 %), auf Platz 3 die zahnmedizinische Fachangestellte mit 13.400 Personen oder 8 %.

Zwei der drei beliebtesten Ausbildungsberufe von Frauen sind damit medizinische Assistenzberufe. Für Praxen, MVZ und Kliniken ist das die gute Nachricht: Der Zustrom in diese Berufe ist ungebrochen hoch. Die schwierigere Frage bleibt die Bindung nach der Ausbildung – wer MFA-Stellen besetzt, konkurriert weniger um Berufseinsteigerinnen als um erfahrene Kräfte, die bereits im Markt sind.

Betriebe: Übernahmequote fällt von 79 auf 75 % – und trotzdem bleiben 30 % der Ausbildungsstellen unbesetzt

Am selben Tag, dem 6. August 2026, veröffentlichte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel, einer repräsentativen jährlichen Befragung von rund 15.000 Betrieben aller Größen und Branchen. Zentrales Ergebnis: „Im Jahr 2025 ist die Übernahmequote von Auszubildenden auf 75 Prozent gesunken, nachdem sie 2024 mit 79 Prozent ein Rekordhoch erreicht hat.“ IAB-Forscherin Ute Leber ordnet das so ein: „Ungünstige oder unsichere Geschäftserwartungen führen zu größerer Zurückhaltung bei der Übernahme.“

Gleichzeitig ist das betriebliche Ausbildungsplatzangebot laut IAB geschrumpft, und der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ging auf 30 % zurück – fünf Prozentpunkte weniger als in den beiden Vorjahren, „bewegt sich jedoch weiterhin auf einem hohem Niveau“. Die mit Abstand höchste Nichtbesetzungsquote wies erneut das Baugewerbe mit 49 % auf. Ausgebildet haben 2025 nur 55 % der ausbildungsberechtigten Betriebe und 29 % aller Betriebe.

Aus Recruiting-Sicht ist die Kombination aufschlussreich: Betriebe übernehmen weniger Auszubildende, obwohl fast jede dritte Ausbildungsstelle unbesetzt bleibt. Wer heute weniger übernimmt, muss dieselben Qualifikationen in zwei Jahren extern einkaufen – dann allerdings zu Marktkonditionen und in Konkurrenz zu allen anderen, die genauso gerechnet haben. Wie sich das auf die Kostenseite auswirkt, haben wir im Ratgeber Vakanzkosten einer unbesetzten Stelle aufgeschlüsselt.

Steuerberatung & Co.: freiberufliche Dienstleistungen mit dem stärksten Umsatzplus

Ebenfalls am 6. August 2026 meldete das Statistische Bundesamt die Umsatzentwicklung im Dienstleistungsbereich für Mai 2026: kalender- und saisonbereinigt real 1,5 % und nominal 1,9 % mehr Umsatz als im April 2026. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai 2025 stieg der Umsatz real um 3,5 % und nominal um 6,1 %.

Den größten realen Umsatzanstieg gegenüber dem Vormonat verzeichneten laut Destatis die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit einem Plus von 2,4 %. Zu diesem Wirtschaftsabschnitt zählen unter anderem die Rechts- und Steuerberatung sowie die Wirtschaftsprüfung – separate Zahlen allein für diese Bereiche weist die Pressemitteilung allerdings nicht aus. Die Richtung passt zu dem, was wir vergangene Woche aus dem ifo Beschäftigungsbarometer berichtet haben: Die Rechts- und Steuerberatung gehörte dort zu den wenigen Branchen mit Plänen für Beschäftigungsaufbau.

Quellen: Statistisches Bundesamt – Duale Berufsausbildung 2025, Pressemitteilung Nr. 275 (06.08.2026) · IAB – „Ausbildungsstellenangebot und Übernahmen schrumpfen, weiter viele unbesetzte Stellen“, IAB-Betriebspanel (06.08.2026) · Statistisches Bundesamt – Umsatz im Dienstleistungsbereich Mai 2026, Pressemitteilung Nr. 277 (06.08.2026)

Über den Autor

Max Besemer, Geschäftsführer der Vertico Executive Search GmbH
Max Besemer
Geschäftsführung · Vertico Executive Search GmbH

Verantwortet die Marke Expert Recruiting und die spezialisierte Personalvermittlung in Medizin, Steuer, Recht und Vertrieb – mit Fokus auf Direktansprache und Besetzungsgarantie.

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